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title: "Willkommensfeier statt Taufe: Ablauf und Rituale | Bagtun"
description: "Euer Kind begrüssen, ohne es zu taufen: Ablauf, Rituale und Ideen für eine freie Willkommensfeier in der Schweiz."
url: https://bagtun.ch/notizen/willkommensfeier-statt-taufe/
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# Willkommensfeier statt Taufe

Euer Kind feiern, auch ohne Kirche: Ablauf, Rituale und was wirklich zählt.

Nicht jede Familie möchte ihr Kind taufen. Aber fast jede möchte diesen Moment feiern. Eine Willkommensfeier, manchmal auch Namensfeier oder freie Taufe genannt, gibt dem Staunen über einen neuen Menschen einen Rahmen, ohne Kirche und ohne Bekenntnis.

## Was ist eine Willkommensfeier?

Eine Willkommensfeier ist eine freie Zeremonie, in der ein Kind in seiner Familie und seinem Freundeskreis begrüsst wird. Es gibt keine festen Regeln, keine Altersgrenze und keine Bedingungen. Sie ersetzt keine Taufe und hat keine rechtliche Wirkung. Ihr Sinn liegt ganz im Moment selbst.

## Wie läuft eine Willkommensfeier ab?

Für kleine Kinder gilt: kurz und im richtigen Takt. Eine halbe Stunde reicht. Legt die Feier in eine Zeit, in der euer Kind normalerweise wach und zufrieden ist. So könnte sie aussehen:

1. **Ankommen.** Die Gäste stellen sich in einen Kreis. Das Kind ist in der Mitte, nicht auf einer Bühne.
2. **Die Geschichte.** Wie dieses Kind zu euch gekommen ist.
3. **Der Name.** Warum es so heisst und was ihr damit verbindet.
4. **Das Ritual.** Eine Handlung, die man sehen und anfassen kann.
5. **Die Wünsche.** Von Eltern, Gotte, Götti und Gästen.
6. **Das Fest.** Kaffee, Kuchen, Kinder im Gras.

## Rituale für die Willkommensfeier

Ein gutes Ritual ist einfach und hat eine Bedeutung für euch. Bei meinen Feiern begrüsse ich das Kind mit den vier Elementen, aus denen diese Welt gemacht ist:

- **Erde.** Etwas Erde aus dem Garten der Grosseltern, damit es weiss, woher es kommt.
- **Wasser.** Ein paar Tropfen aus einem See oder Fluss, der euch etwas bedeutet.
- **Luft.** Ein Atemzug gemeinsam, ein Lied oder ein Klang.
- **Feuer.** Eine Kerze, die an jedem Geburtstag wieder brennt.

Wenn euch das nicht entspricht, gibt es viele andere Wege. Beliebt sind ein Baum, den ihr pflanzt und der mit dem Kind wächst, Wünsche auf Karten, die das Kind mit achtzehn öffnet, oder ein Buch, in das alle Gäste schreiben.

## Gotte und Götti ohne Taufe

Ja, das geht. Die Rolle ist kein Kirchenamt, sondern ein Versprechen unter Menschen. Lasst Gotte und Götti in der Feier sagen, was sie diesem Kind geben möchten. Das bleibt oft stärker in Erinnerung als jede Rede.

## Wo feiert man am besten?

Überall, wo ihr euch wohlfühlt: im Garten, auf einer Wiese, am See, im Wohnzimmer. Klärt nur zwei Dinge: Wo ist Schatten, und wo kann euer Kind schlafen oder gewickelt werden?

## Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt keinen falschen. Viele feiern im ersten Lebensjahr, wenn die ersten Monate geschafft sind. Andere warten, bis das Kind laufen kann oder der Sommer kommt. Auch ältere Kinder lassen sich begrüssen, zum Beispiel wenn eine Familie zusammenwächst.

## Muss es eine Zeremonienleitung sein?

Nein. Eine Willkommensfeier könnt ihr auch selbst gestalten. Eine Begleitung lohnt sich, wenn ihr an diesem Tag lieber Eltern als Organisatoren sein wollt und jemand den Raum halten soll, damit dieser Augenblick landen kann.

Wenn das zu euch passt, findet ihr hier mehr zur [Willkommensfeier bei Bagtun](https://bagtun.ch/zeremonien/willkommensfeier/). Oder [schreibt mir](https://bagtun.ch/kontakt/), wann euer Kind gefeiert werden will.
